Die äußere oder innere Brust trainieren?

By | 2017-09-26T10:52:19+00:00 September 26th, 2017|Muskelaufbau|0 Comments

Immer wieder hört man von einigen Leuten, dass bestimmte Bereiche am Körper isoliert trainiert werden können. Hierbei meine ich ganz spezielle Bereiche, sowie beispielsweise die innere oder äußere Brust, den inneren oder äußeren Bizeps, den unteren Bauch oder so etwas wie Übungen für die „Rücken-Tiefe“.

Ich denke mal, dass auch du schon solche Sachen gehört hast?

Vielleicht hast du auch schon versucht, die genannten oder ähnliche Bereiche zu trainieren?

Aus diesem Grund werde ich hier in diesem Artikel genau auf diese Punkt eingehen und auch genau aufzeigen, ob sowas überhaupt sinnvoll bzw. möglich ist. Um das ganze Thema wirklich sinnvoll zu gestalten bzw. um auf das Thema ausführlich und angemessen einzugehen, möchte zuerst mit ein paar anatomischen Dingen starten und dabei auch die Funktionen der entsprechenden Muskeln erklären. Anhand dessen kann man dann weitere Schlussfolgerungen treffen und dann auch entscheiden, was sinnvoll fürs Training ist oder eben nicht.

Hier in diesem Artikel soll es allerdings nur um die Brustmuskulatur gehen. Weitere Muskelgruppen werde ich anderen Artikeln behandeln.

Große Brustmuskulatur (pectoralis major)

Ursprung:

  • Schlüsselbein, Brustbein, Rippen, Rectusscheide

Ansatz:

  • Oberamrknochen

Funktion:

  • Adduktion (Oberarm zum Körper heranziehen)
  • Anteversion (Oberarm vom Körper nach vorne führen)
  • Innenrotation des Oberarms

Beschreibung Brustmuskulatur:

Wer eine große Brustmuskulatur haben will, der muss den Brustmuskel natürlich passend trainieren. Dabei sollte man auch genau wissen, welche Funktionen der Brustmuskel hat. Wie in der Auflistung zu sehen ist, hat der Brustmuskel 3 Funktionen. Die erste Funktion, die Adduktion (Oberarme zum Köper heranziehen), wird bei  allen gängigen Brustübungen aktiviert. Allerdings ist es hier wichtig zu verstehen, dass man beim Rückentraining auch den Oberarm zum Körper heranführt. Wenn du jetzt die Übung „Latziehen“ ausführst, dann nährt sich dein Oberarm deinem Körper an und deswegen wird auch hier die Brust mit aktiviert. Das heißt also, dass du deinen Brustmuskel auch bei fast allen Rückenübungen trainierst. Des Weiteren gibt es noch die Innenrotationen. Wenn man sein Brust-Training noch etwas verbessern will, dann könnte man auch diese Funktion noch in sein Training einbauen. Beispielsweise wäre es möglich bei der „fliegenden Bewegung mit Kurzhanteln“ die Hände beim Zusammenführen der Arme noch nach Innen zu drehen. Somit würde man die beiden ersten Funktionen der Brust verbinden und den -Trainings-Effekt noch verstärken.

Dann gibt es noch die Funktion der Anteversion (Oberarm vom Körper nach vorne führen). Diese Funktion wird beim Frontheben aktiviert, aber auch beim Schulterdrücken oder sogar beim Seitheben. Im Zusammenhang mir der Brust ist im Allgemeinen ein weiterer wichtiger Aspekt zu beachten, nämlich der Ansatz des Brustmuskels, welcher sich am Humerus (Oberarm-Knochen) befindet. Wenn man die Brust zu stark bzw. zu viel trainiert, dann wird der Oberarm-Knochen durch den Brustmuskel nach vorne gezogen, was dann zur Folge hat, dass man die typischen nach vorne hängenden Schultern bekommt. Die Lösung hier: Mehr Rücken trainieren, da hier der Brustmuskel auch trainiert wird (Adduktion) und damit sich die Schultern nach hinten ziehen, weil der Rückenmuskel auch seinen Ansatz am Oberarmknochen hat, das nur nebenbei angemerkt.

Wie man aber hier an der Grafik zur Brustmuskulatur sehen kann, ist es nicht möglich, die Brustmuskulatur im inneren oder äußeren Bereich isoliert oder verstärkt zu trainieren. Dies kann man sich logisch ableiten, da in diesen Bereichen der Ursprung und Ansatz der Brustmuskulatur zu finden ist. Deswegen ist es einfach falsch und völlige Zeitverschwendung, sich mit einem angeblichen Training der inneren oder äußeren Brust zu beschäftigen. Es gibt sicherlich Möglichkeiten beim Brust-Training durch eine Variation der Griff-Breite dies minimal zu beeinflussen, aber Effekt wäre so extrem klein, dass man hier definitiv keine optische Veränderung bemerken würde. Die Form der Muskulatur ist durch die Genetik vorgegeben und deswegen kann man auch nicht durch ein Training bewirken, dass die Brustmuskulatur beispielsweise enger in der Mitte zusammenwächst oder ähnliches. Wenn die Brust allgemein an Volumen zunimmt, dann wird sich natürlich die Form leicht verändern, aber dein genauer Ursprung und Ansatz des Brustmuskels kann einfach nicht verändert werden.

Die einzigen Bereiche, die sich zum Teil mit einer Tendenz trainieren lassen, sind der obere, der mittlere und der untere Anteil der Brustmuskulatur. Hier lässt es sich mit Übungen, wie dem Schräg-Bankdrücken, dem Flach-Bankdrücken, dem Negativ-Bankdrücken oder anderen entsprechenden Übungen die drei Bereiche mit einer stärkeren Tendenz ansprechen.

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